Wie konzipiert man eine virtuelle parallele Welt, so daß möglichst viele Nutzer sie einsetzen. Gestern gab es auf Spiegel Online einen wohlwollenden Artikel über Googles Lively. Und ich kann dem nur zustimmen. In diesem Fall ist tatsächlich weniger mehr und die Zeit Ende der 90er in der diese Welten entstanden ist auch die Zeit in der Ajephos in unseren Köpfen geboren wurde.
Interessant ist aber auch, daß Lively von einem der Mitgründer von IMVU gegründet wurde (Artikel bei Moving Worlds). Google wollte 2005 IMVU aufkaufen, hat aber letztendlich nur einen der Gründern abwerben können. Das Ergebnis ist Lively.
Das Konzept von Lively beruht auf einem 10 MB grossem Plugin. Ohne sieht man nur ein jpeg. Meiner Meinung nach eine suboptimale Lösung. weblin ist nochmals größer und mit 12 MB das größte Plugin einer virtuellen Welt (man lädt am Anfang nur den Installer mit 0,6 MB, der Rest folgt dann). Es reicht weblin aber nicht annähernd an die Möglichkeiten und Qualität von Lively heran, sondern liegt meilenweit zurück.
rocketon ist dahingegen eines der schlanksten Plugins und funktioniert auch online in voller Funktionalität, was sehr beeindruckend ist.
Plugins haben nur leider den Nachteil, das sie sich schwer verbreiten. Gerade ein Lösungsansatz wie bei weblin, wo ich erst mit mit der Installation den vollen Funktionsumfang erhalte, ist meiner Meinung nach zum scheitern verurteilt, was auch schon hier zu lesen war.
Gerade wegen der schwierigen Verbreitung per Plugin (wenn man nicht gerade google heißt und Lively z.B. später mit Firefox bundeln könnte), haben wir uns gegen eine Plugin-Lösung als Primärweg entschieden. Es wird zwar auch ein Plugin geben, aber das wird einen anderen Zweck haben und nicht notwendig sein, um den vollen Funktionsumfang zu genießen.
Es ist schon schwer genug Nutzer für sein Baby zu gewinnen, da muß man nicht noch Leute überreden ein Plugin runterzuladen. Also: not to Plug in, denn unser Motto ist:
„Schnell rein, sofort zurecht finden, Spaß haben, schnell wieder raus und aufs nächste mal freuen“

2 comments
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Juli 10, 2008 um 7:15
Marmels Blog » Archiv » Birnen, Äpfel und andere Vergleiche
[...] Ajephos Ich persönlich finde diese Vergleiche mehr oder weniger sinnlos. Die einen müssen natürlich ihr Baby schützen und die anderen suchen krampfhaft warum alles Mist ist. Ich finde beide Systeme haben ihre Berechtigung – ich nutze beide – und es ist als wollte man Äpfel und Birnen vergleichen. [...]
Juli 10, 2008 um 7:30
ajephos
Hi Marmel,
die Größe von 10 MB für Lively (Download) für auch von Heiner von weblin aka Wolfspelz genannt. Das konnte ich bei mir auch nachvollziehen.
Die Downloadgröße für Weblin lag bei mit bei knapp 13 MB (inkl. Downloadersetup-Datei). Wie groß die eigentliche Installation ist, habe ich nicht geprüft.
Was XP und Firefox angeht, das ist nun mal die Plattform der normalen User und ich denke früher oder später wird Lively auch in Firefox, zumindest optional, enthalten sein.
Ich denke mit Deinem Technikverständnis bist Du auch eher die Ausnahme und nicht unbedingt die typische Zielgruppe für die ganzen virtuellen Welten. Ich denke der Blickwinkel des normalen Users ist dort etwas anders, den interessiert die Technik nicht, sondern der Komfort.
Das weblin Lite ein eigenständiges Programm ist, sehe ich nicht. Der Name sagt es ja auch schon. weblin Lite ist eine abgespeckte Version mit eingeschränktem Funktionsumfang. So wird es auch von weblin kommuniziert.
Ob es zwischen Tim und weblin einen persönlichen Zwist gibt weiß ich nicht. Bei uns ist es zumindest nicht der Fall, wie man ja auch schon an der Wortwahl merkt.